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Deutsches Sprak

Über diese Frage wird seit langem debattiert. Im Sprachblog coffee & linguistics werden die gängigsten Argumente der selbsternannten Sprachwahrer entkräftet. Hier ein Zitat:
Wenn man die allgemeine Motivation der Befürworter betrachtet, nämlich die Sprache schützen zu wollen und ihr die "notwendige Anerkennung" zukommen zu lassen, hätte der Akt schlicht nur symbolischen Charakter. Die Sprache "schützen" zu wollen ist zwar auf den ersten Blick ein hehres Ziel – aber auch ein recht abstraktes, wenn nicht sogar besonders unsinniges Ansinnen. Deutsch ist nicht bedroht. Deutsch ist lebendig wie eh und jeh.
Und jetzt alle: Jeh!

habe ich, wie alle Jahre wieder, im allerkleinsten Kreise gut gegessen, diesmal (darf man das noch schreiben?) Königsberger Klopse, mit schön viel Kapern & Sardellen, und die Nachbeschaft, wie stets, mit meiner ganz speziellen 20minütigen Feuerwerksmusik beschallt. Hier die Playlist:
1. Chor der Schwarzmeerflotte: Hymne der Sowjetunion
2. Rammstein: Sonne
3. Muse: New Born [live, Absolution Tour]
4. Der Bote: Carpe diem [unveröffentlichtes Demo]
5. Sarah Connelly: Rule, Britannia [Last Night Of The Proms 2009]
6. Georg Friedrich Händel: Halleluja
7. ABBA: Dancing Queen
Danach erklangen einige Beatles Arias von Cathy Berberian. Währenddessen sprach meine Gästin (geboren 1962 und keine Revoluzzerin) über ihr historisches Interesse an der RAF und erzählte, was sie einer ihrer nicht Freundinnen zu Weihnachten geschenkt habe: die Lebenserinnerungen des Bremer APO-Anwalts Heinrich Hannover sowie eine Wasserpistole, hübsch verpackt in einer selbstgenähten Tüte mit dem Emblem der Baader-Meinhof-Bande. Die Freundin und ihr Mann, keine Revoluzzer, waren begeistert. Sowas wie die RAF, fand Frau P., müßt' es heute eigentlich auch geben, irgendwie, trotz allem. Und dies zu hören hat mich nicht total betroffen gemacht; denn ich habe es schon oft gehört, von ganz braven Steuerzahlern. Doch was ich so höre, und das schon seit Jahren auf der Straße oder in den Supermärkten und zuweilen ganz privat, findet keinen Widerhall in all den vielen Statistiken über die Befindlichkeit der Bürger dieses Landes. Ich treffe wohl immer nur die falschen Leute.

Außer mir und diesen falschen Leuten schienen alle an Silvester zufrieden zu sein, vor allem in Berlin.
Schon seit dem Mittag waren Feierfreudige auf der 2,2 Kilometer langen Meile zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule durch den Schneematsch gestapft. Wegen des großen Andrangs war der Zugang zur Partymeile nur noch über den Großen sowie den Kleinen Stern möglich.
Das meldete tagesschau.de. Und wie lautete das Motto von Deutschlands größter Silvesterparty? Welcome in Berlin. Hach! wie weltoffen sind wir doch geworden, wir Deutschen. Hach! wie weit entfernt sind wir doch von der NS-Vergangenheit. Hach! wie stolz sind wir doch auf unsere Identität als Dorfdeppen Bürger des Golbalen Dorfs! Willkommen in Berlin? Wie klingt denn das, bittesehr, im Ausland? Das kann doch kein Mensch verstehen! Also: WELCOME IN BERLIN!

Ja, so läuft das mit dem Marketing. Welcome in Berlin klingt schick und nicht nur total, sondern geradezu totalitär weltoffen. Welcome in Berlin macht uns alle glücklich. Denn es spricht uns alle an, weil, wir alle sprechen tief im Herzen nur noch eine Sprache: Englisch Amerikanisch. Das ist die Erfüllung all dessen, wovon die Menschen aller Hautfarben und aller Religionen einst träumten. Das ist Multikulti an Silvester 2010, dem Beginn des neuen Jahrzehnts, der, wie wir alle wissen sollten, erst in einem Jahr gefeiert werden dürfte. Na und? Die allermeisten Menschen scheren sich einen Dreck um die Mathematik. Sie feiern ganz nach Gefühl. Das war noch um die Jahrtausendwende eine Thema für all jene, die es besser wußten. Sie haben das tumbe Volk aufzuklären versucht. Doch inzwischen haben sie dazugelernt. Lassen wir das Volk doch zweimal den Beginn eines neuen Dezenniums feiern. Das verdoppelt auch unsere Freude.

Und also feierte das Volk, während meine Feuerwerksmusik erklang und ich kühl registrierte, was ich am Himmel sah. Es war zeitweilig nur der winterliche Vollmond, von einem Hof umgeben. Es war so ruhig wie nie zuvor. Es war die Ruhe vor dem Sturm, der kommen wird.

Das weiß doch ein jeder, dachte ich bis heute. Doch nun habe ich eingesehen, daß es auch Einsichten gibt, von denen meine Eltern mir gesagt hatten, daß es keine seien, z.B. Ich muß klauen, wenn meine Kumpels auch klauen, denn nur dann bin ich ein guter Kumpel. "Das ist keine Einsicht. Das ist ist kriminell, weil ihr anderen damit schadet, und euch letztlich auch, denn nur ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen", hätte meine Mutter gesagt und mir damit beigebracht, daß es kriminelle Einsichten nicht geben kann. Doch was las ich gerade eben?

Ein Mensch, der 1983 in Bregenz ein Moped gestohlen hat, habe der dortigen Polizei einen anonymen Brief mit 1400 Euro geschickt und sie höflichst gebeten, das Geld an den Geschädigten weiterzuleiten.
"Mir war damals vermutlich aufgrund mangelnder Reife die Tragweite einer solchen Tat sowohl ideell als auch materiell viel zu wenig bewusst", so die späte Einsicht des Mopeddiebes.
Und ein gutes Beispiel dafür, was eine Einsicht ist? Nicht für die Redaktion der Tagesschau. Die hat den Beitrag nämlich überschrieben mit Wenn die kriminelle Einsicht kommt.

Vor mir liegt noch ein kulturwissenschaftlicher Aufsatz, der noch katastrophaler geschrieben ist als der zuletzt korrigierte: nach den ersten beiden kurzen Absätzen stimmte fast gar nichts mehr, und eben nicht 'nur' sprachlich nicht, sondern auch gedanklich. Welch ein Jammer, daß ich all das hier nicht demonstrieren kann, um ein für allemal zu zeigen, wie wüst es in den Köpfen unserer ELITE durcheinandergeht, weil diese Jungs die simpelsten Gesetze der Logik nicht beherrschen, jedenfalls nicht in der Praxis. Und weist man sie darauf hin, reagieren sie beleidigt.

Kurz: Je länger ich als Lektor & Korrektor tätig bin, desto mehr Belege habe ich dafür, was ich schon immer wußte: wir werden von Banausen an der Nase herumgeführt; von kleingeistigen Aufsteigern, die zwar sehr schön reden können, aber nichts zu sagen haben, jedenfalls nicht in dem hier gemeinten Sinne. Und wohl gerade deshalb auch haben diese Jungs, wo es um nichts geht als um Macht und Geld, eine Menge zu sagen.

Das meinte übrigens auch mein Auftraggeber, der nun damit leben muß, daß über ihn gedruckt wird, was er erst verstanden hat, nachdem die Übersetzer und ich es ihm erklärt hatten. Möge es ihm dennoch nutzen. Denn dieser Auftraggeber ist ein Könner; nur leider einer jener Könner, die nichts gelten in unserer ökonomisierten Welt. Mehr darf ich nicht verraten. Es sei genug damit sagt, daß dieser Könner ein paar Gönner hat, deren Sympathie er sich keinesfalls verscherzen darf; könnte sie ihm doch eine Mene Ruhn & Geld einbringen. Doch wenn es einmal so weit ist, bin ich wohl schon lange tot, zur Freude jener, deren Selbstbewußtsein allein darauf beruht, daß sie sich durchs Abitur und durchs Studium haben mogeln und an die Spitze haben drängeln können, dank jener Bildungskatastrophe, deren Folgen wir immer stärker zu spüren bekommen, in Gestalt all der blut- & geistlosen Zombies, die unser Land zugrunderichten, so wie sie's mit unsrer Sprache tun.

O über unsere Elite!

Vor mir liegt ein kulturwissenschaftlicher Aufsatz, der zwar erfreulicherweise nicht von Orthographie- und Interpunktionsfehlern wimmelt, sondern im wesentlichen nur an einem krankt: der deutsche Autor kann stellenweise nicht sagen, was er meint. Doch zum Glück haben zwei englische Übersetzer herausgefunden, was er gemeint haben könnte, so daß ich meine Interpretation mit ihrer vergleichen kann und anhand der englischen Übersetzung dem deutschen Originaltext zur Geburt verhelfen kann.

stimmt mich nicht nur all das, worüber ich nun schon so lange schreibe und zuweilen auch schweige. Depressiv werde ich auch, wenn ich ein Wort wie

SANDWICHARTIST

lese. Denn es bedeutet wirklich nichts anderes als Brötchenschmierer.

der RLS fördert das Studienwerk Studierende und Promovierende, die sich durch hohe fachliche Leistungen sowie durch ein aktuelles ausgeprägtes gesellschaftliches und soziales Engagement im Sinne der Rosa Luxemburg Stiftung auszeichnen", heißt es auf der Webseite der Rosa-Luxemburg-Stiftung, die sich mal mit, mal ohne Bindestrich schreibt. Sie ist
eine politische Bildungseinrichtung und steht der Partei DIE LINKE – früher Linkspartei.PDS – nahe. Ihr Ziel ist es, zur Demokratisierung politischer Willensbildung, zu sozialer Gerechtigkeit und Solidarität sowie zur Überwindung patriarchaler, ethnischer und nationaler Unterdrückung beizutragen.
Demhalb ist es ihres Ziels gemäß, auch die Kackstelze Migrantin Reyhan S. aus Gröpelingen mit einem Doktorandenstipendium zu fördern. Sätze wie diese klingen schließlich vielversprechend:
Jungs und Piedels,

ihr habt mich bestimmt vermisst. Aber ich hatte keine Zeit, weil ich eine Fickrolle in einem Film hatte. Und zwar in keinem billigen Porno á la Börlin, sondern in einem erotischen Lady Bitch-Ray-Film. Ich spiele eine kleinbürgerliche Türkin, die gerne fickt. Und mir wird Koks aus der Ritze gesnieft. Oh, meine Klit wird wieder voll heiss, wenn ich davon rede und schwellt an.
Doch noch gibt es auch junge Männer, deren Piedel nicht anschwillen will, wenn sie derlei Geschwalle lesen. Einer von ihnen schrieb in seinem Kommentar:
Frau Doktor!

Ich hab nur "schulpflicht erfuellt " aber heisst es nicht "meine Klit schwillt an"?
Ja, so hiess das früher, gemäss die deutsche Grammatik, der man schon lange nicht mehr beherrschen muss, um als hochbegabte Germanistin und Linguistin zu gelten. Migrantisches Wissen und Vagina Style scheinen inzwischen zu genügen, um als besonders begabt zu gelten, gemäß die Ziele jener Revolutionärin, die einmal zu August Bebel gesagt hat: "Aujust, ick liebe Dir!"

Unter dieser Überschrift berichtet Spiegel online nicht über S/M-Praktiken, sondern gibt seinen Lesern die Möglichkeit, den ultimativen Bremen-Test zu absolvieren.
Frage 1 von 10

Bürgermeister Jens Böhrnsen eilt im Wahlkampf von Termin zu Termin. Mit welcher Musik auf seinem Handy versucht er zu entspannen?
  • Torfrock
  • Rolling Stones
  • André Rieu
  • Xavier Naidoo
Ich hab auf No. 2 getippt, weil ich das Selbstmarketing der Politiker und den Humor der Spiegelschreiber kenne. Und?
RICHTIG. Böhrnsen schaltet zwischendurch gerne bei den Songs von Mick Jagger und Keith Richards ab.
Das glaube ich gern. Der hört nur klammheimlich zu, wenn Angie kommt.

Hart durchgreifen möchte er mal wieder, unser Innenminister. Er möchte Anti-G8-Demonstranten einsperren, damit sie kein Unheil anrichten können. Dies zu tun wäre ein deutliches Signal an alle, die noch daran glauben, eine andere Welt sei möglich. Die Gedanken, will uns Schäuble sagen, sind zwar frei, aber wer sie denkt oder gar äußert, ist ein potentieller Terrorist. Vor Terroristen aber muß unser Land und die ganze Welt geschützt werden.. Wie aber soll man es nennen, wenn widerspenstige Menschen vorbeugend arrestiert werden?

Vorbeugehaft, sagt mir die Sprache. Dieses Wort, sagt sie mir, steht nicht nur dafür, daß eine potentiell kriminelle Tat verhindert, sondern auch, daß der inhaftierte Widerständler das Gefängnis als ein Gebeugter verlassen soll. Klare Sache, und damit hopp. Wir haben uns gefälligst vor der Obrigkeit zu ducken, und das ganz besonders tief vor Wolfgang Schäuble, weil der beklagenswerterweise im Rollstuhl sitzen muß. Aus seiner Perspektive betrachtet wäre es verständlich, spräche er von Schutzhaft. Aber das tut Wolfgang nicht, denn es gehört sich nicht. Schutzhaft ist ja schließlich ein euphemistischer Begriff aus der Zeit der Nazis. Sie "bedienten sich einer verharmlosenden Sprache (vgl. 'Endlösung'), um den Inhalt ihrer Gewaltmaßnahmen zu verschleiern, das wissen wir alle, deshalb auch steht's bei Wikipedia. Und weiter:
Der Begriff "Schutzhaft" darf nicht verwechselt werden mit Begriffen aus dem rechtsstaatlichen Polizei- und Ordnungsrecht. Zu diesen verwechslungsfähigen Begriffen gehören
der Schutzgewahrsam,
(... aber Gewahrsam heißt doch seit dem 16. Jahrhundert auch Haft, sagt mir mein etymologisches Wörterbuch ....)
der Polizeigewahrsam,
(da dacht' ich früher immer an einen bis zur Besinnungsloskeit Besoffenen, der in von Vater Staat in frdl. Obhut genommen wird, bis er wieder nüchtern ist ...)
auch der Unterbindungsgewahrsam
- : da isses, dieses sperrige Wort, das ich heute zum erstenmal las und dessen erster Teil immerhin zum Ausdruck bringt, worum es geht: etwas zu unterbinden. So reden strenge Leute, wenn sie wollen, daß eine Handlung bis in alle Ewigkeit zu unterbleiben hat. Vor der Handlung sicher sind wir aber nur, wenn schon der Gedanke daran unterbunden wird. Vorbeugehaft wäre also ein viel kürzeres und treffenderes Wort. Aber darin steckt eben gar zu viel von der Wahrheit. Deshalb bedient sich der Staat einer verharmlosenden Sprache, um den Inhalt seiner Maßnahmen zu verschleiern.

Doch halt! Da hab ich etwas durcheinandergebracht. Die betreffende Passage des Wikipedia-Eintrags bezieht sich nur auf den Nationalsozialismus und dessen Gewaltmaßnahmen. Wir aber leben in einer Demokratie. Die Staatsgewalt geht von den Schilys und Schäubles aus. Und wenn sie uns inhaftiert, dann nur zum Wohle des Volkes, also auch zu unserer eigenen Sicherheit, dem Schutz vor unserem inneren Wolfgang Schweinehund.

Nur die neue Rechtschreibung hinkt an allen Ecken & Enden, wie ich anläßlich meines derzeitigen Korrektorats wieder und wieder fest stellen feststellen muß.

  Erdstrahlenfreie Webseite!






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