APO # 2
Blogmist
Creative Creationists
Das totale Europa
Dead Souls
Der real existierende Feminismus
Deutsches Sprak
Deutschland einig Merkelland
Dialoge vorm TV
Die Antiquiertheit des Menschen
Die letzte Wahl
Einfall statt Abfall
Erfreuliches
Experten
Fotografitis digitalis
Frau Franken
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren

 
Soll ich oder soll ich nicht? habe ich mich eben noch gefragt; und mein innerer Sadist hat geantwortet: Du mußt!, woraufhin der Masochist in mir sich willig ergeben hat. Das kann doch nicht dein Ernst sein, krächzt gerade einer, der so aussieht wie ein postmoderner Oberstudienrat kurz vor der Frühpensionierung, der sich auf einer Abi-Party Marvin Gaye bei den Gays und Mädels Eindruck schinden möchte, zu den traurigen Resten von I Heard It Through The Grapevine. Das ist nicht mehr Trash, das ist schon Punk. Und ich hab kein Bier im Haus.

Lieder der Hoffnung ... Sprache der Hoffnung ... daß wir es gemeinsam schaffen mit Gottes Hilfe, hat da gerade einer gesacht, vorm Tor von Kiew; soll das das Wort zum Sonntag gewesen sein? Hilf, o Hl. Vater. Das hat auch der Gott der Christen nicht verdient. Aber nuu geiht los! Die Kostümierung der Interpreten übrigens kommentiert heute abend Frau Schnatterliese.

Die Toren von Kiew
oder
Die Parade der Peinlichkeiten

01 Ungarn :: Nox :: Forogj világ
Auf ein Intro im Pseudo-Mittelalter-Metal-Sound, das bei der zweiten Wiederholung schon maßlos langweilt, und die choreographische Darbietung folgt das übliche Geseire, vorgetragen von einer langhaarigen schlanken Dame mit Quäkstimme. Bà.
02 Großbritannien :: Javine :: Touch my fire
5 magersüchtige Zicken und 1 (so Moderator Peter Urban) R&B-Stück, das aber so viel R&B in sich hat wie das Erkennungsmotiv der Tagesschau, und türkisch-folkloristisch aufgepeppt ist, damit es ein paar Stimmen von dem Muselmännern gibt. Bà. Noch schlechter als # 1. Null Punkte.
03 Malta :: Chiara :: Angel
Eine Dicke in wallendem Primadonnenkleid singt mit einem Mezzosopran, der in den höheren Lagen quäkig klingt, eine 08/15-Ballade, die nicht weiter stört. Der Mittelteil ist, wie beim Grand Prix üblich, kompositorisch mißraten.
04 Rumänien :: Luminita Anghel & Sistem :: Let my try
Eine leicht angepunkt gestylte dunkelhäutige Dame mit angesoulter Stimme singt vor einem monströsen Steelband-Bühnendeko ein Stück, dessen Flöten-Intro irisch wirkt, aber genausowenig taugt wie das ganze Ding. Punktvergabe sinnlos.
05 Norwegen :: Wig Wam :: In my dreams
Peter Urban verspricht eine blütenreine Hardrock-Band. Wer aber will schon blütenreine Hardrock-Bands? Je nun; das Stück, das von einem Sänger im Tuntenlook vorgetragen wird, klingt immerhin nicht so wie alle anderen üblicherweise hier dargebotenen Kompositionen. Deshalb: Favorit für 1 Minute. Gähn.
06 Türkei :: Gülseren :: Rimi rimi ley
Ein wildes türkisches Folk-Gehopse; eine Sängerin, die singen kann; nur leider ist der Aufwand überflüssig. Das Stück taugt nix.
07 Moldawien :: Zdob şi Zdub :: Bunica bate toba
Der Titel, zu deutsch: Oma hat auf die Pauke. Einnne Rocktruppe, ein guter Sänger, nicht der übeliche Bumsrhythmus, originelle Mischung aus Rock, Folk & Ska, geradezu elektrisierend, bis jetzt mit Abstand am besten. Auch außerhalb dieses Rahmens ein gutes Stück. Wird wohl meine No. 1 bleiben. Kompliment, Jungs.
08 Albanien :: Ledina Çelo :: Tomorrow I go
Ein magerer Rauschgoldengel in wallendem weißem Kleid. Dazu eine Tanztruppe und ein Nichts an Musik.
09 Zypern :: Constantinos :: Ela ela
Und wieder eines der austauschbaren folkloristischen Intros. Weiber, Arschgewackel, ER läßt seine Hände seine Schenkel aufwärts gleiten. Hey, ev'rybody. Forget it. Und das Herumtrommeln auf Fässern scheint in diesem Jahr Trendsport zu werden, sagt Urban sehr richtig.
10 Spanien :: Son de Sol :: Brujería
Damen in langen bunten Kleidern und mit Bikini-Oberteil, dazu 3 brünstig röhrende Kerle. Dazu 1 kurzes rockig sein sollendes und dementsprechend schlechtes Gitarrensolo. Miserabel.
11 Israel :: Shiri Maymon :: Hasheket shenish'ar
Eine Ballade mit Klavier und akustischer Gitarre, vorgetragen von 1 Blondine und 3 Chordamen. Leider taugt die Melodie absolut gar nix.
Amimucke. Nur der Instrumentierung wegen von anderen Stücken dieser Art minimal unterscheidbar. Hat aber Chancen auf einen der ersten 5 Plätze. Das Publikum jubelt.
12 Serbien und Montenegro ::No Name ::Zauvijek Moja
Pompöses Intro wie früher beim Grand Prix; auch die Melodie erinnert an die alten Zeiten. Dezent folkloristisches Zwischenspiel. Nich dolle, aber akzeptabel. Nach 1 Minute allerdings langweilt es bereits. Wie in den alten Zeiten.

Halbzeit. Ich muß aufs Klo, aber noch mal eben notieren, daß der Song Contest die politische Entwicklung Europas vorgebe. Hat ein britischer Journalist geschrieben, wenn ich das richtig mitbekommen habe. O möge der ESC nicht die kulturpolitische Entwicklung vorgeben.

13 Dänemark :: Jacob Sveistrup :: Talking to you
Ein Blonder mit soulig sein sollender Quäkstimme trägt ein poppig sein sollendes Nichts von Liedchen vor. Eines von der Sorte, bei dem
jeder halbwegs vernünftige Mensch auf der Stelle den Radiosender wechselt. (Und ich war noch immer nicht pinkeln ...)
14 Schweden :: Martin Stenmarck :: Las Vegas
Donnerwetter, ein Anfangsriff in Moll, büschen R&B, aber nun Teil B, und schon ist das Ganze wieder hin, erst recht beim Refrain: was zeigt, daß da Stümper am Werke waren. Immerhin ausnahmsweise einmal kein ABBA-Verschnitt. Na und? Ein Stück für die Tonne. "Aber vielleicht ist der Song doch eine Spur zu antik", sagt Urban. Blödsinn. Der Song taugt nix. That's it.
15 Mazedonien :: Martin Vucic :: Make my day
Ein junger Herr in den Modefarben rosa & hellblau; nebst einigen hampelnden Gestalten und einigen Trommeln und einem Stück im Bumsrhythmus, das endlich einmal die früher so beliebte harmonische Rückung (für Unbedarfte: plötzlich verschiebt sich alles nen Halbton nach oben, damits nich gar zu sehr langweilt) aufweist.
16 Ukraine :: Greenjolly :: Razom nas bahato
Eine Rockband, haha, und jetzt HipHop, DA! DA! - aber dann schon lieber richt'che Neger mit Gangsta-Rap-Visagen und motherfucker, motherfucker. Ach, das soll die HipHop-Hymne der orangenen Revolution gewesen sein.
17 Deutschland :: Gracia :: Run & Hide
Den Anfangston hatse nich gekricht. Aber das Stück ist tatsächlich besser als das meiste bisher Präsentierte. Was ihr nix nützen wird; denn die Stammesmentalistät der zwangsweise globalisierten Erdenbürger wird es nicht zulassen, daß Gracia Siegerin wird. Ich würde es auch nicht zulassen; allerdings nur aus musikalischen Gründen. Denn das Stück ist zwar besser als andere; doch was heißt das schon beim ESC?
18 Kroatien :: Boris Novković feat. Lado members :: Vukovi umiru sami
Fängt in Moll mit einer schönen Tröte an. Aber es folgt eine müde Ballade im 6/8-Takt. Was nützen da alle Flöten & Tröten. (Urban spricht von Volkstümlichem im 3/4-Takt. Äußerst kompetent.)
19 Griechenland :: Helena Paparizou :: My number one
1 Vamp im kurzen Flitterkleid nebst 4 Kerlen sowie 1 Nichts von Lied mit dem üblichen folkloristischen Zwischenspiel, diesmal hardangerähnlich gefiedelt. Schnarch.
20 Russland :: Natalia Podolskaya :: Nobody hurt no one
Ein rockiges Gitarrenintro, Grunge für Beginner. Für ESC-Verhältnisse akzeptabel. Die Sängerin natürlich dezent auf S/M gestylt. Aber ... aber ... (bald ist's vollbracht)
21 Bosnien-Herzegowina :: Feminnem :: Call me
Urban droht damit, das Lied solle die neue positive & optimistische Stimmung im Land zeigen. Und recht hat er: es ein peinlicher ABBA-Verschnitt, präsentiert von 3 blonden Schreckschrauben in Rosa.
22 Schweiz :: Vanilla Ninja :: Cool vibes
Ein Streicherintro, eine Dame in Weiß mit weißer Gitarre, eine dramatisch angehauchte Ballade, aber nun der idiotische Mitsing-Refrain, why did you kill me? singt sie, und dies fragt auch der Beginn des Stücks. O über all die Stümper. So viele gute Titel habe es beim ESC noch nie gegeben, schwätzt Urban.
23 Lettland :: Valters & Kaža :: The war is not over
Zwei feminine Jungs in weißem Hemd & Jeanbs und mit Akustikgitarren machen noch keinen Simon & Garfunkel. Lalala. Gut, daß wenigstens der Sängerkrieg nach ein paar Stunden over ist. Man glaubt fast, die Ekel von Simon & Garfunkel seien in Riga geboren, schwätzt Urban und findet das alles sehr hübsch.
24 Frankreich :: Ortal :: Chacun pense à so
Auch hier akustisches Gezupfe, eine Dame im gelben kurzen Flatterfummel sowie Gehample im Hintergrund. Erbärmlich.

Ich könnte mich jetzt auch nicht entscheiden bei so viel Qualität, schwätzt Urban. Mein Fazit aber lautet:

Moldawien allein gebührt der Sieg!

Und nuu, nach einem kültürähnlichen Ballettsolo, trällert Ruslana, was ich nur weiß, weil's unten inne linke Ecke vonne Glotze stand. Lieder, die man gleich vergißt. Doch, halt! - : man findet sowas gut. Nur ich und ein paar Unangepaßte stimmen für Moldawien. Seid umschlungen, Millionen ihr 10? oder 25? oder gar 250? Und nuu die Punktevergabe, die auch nich mehr iss, wasse ma war. Alles zu elektronisch, zu glatt. And this is Vienna calling. Null Punkte, weil keiner für Moldawien. Aber, ha! immerhin sind Zdob şi Zdub auf dem dritten Platz, jetzt sogar auf dem zweiten ... nuu sogar auf dem ersten ... wo sie mit Sicherheit nicht bleiben werden. Doch es zeigt sich, daß das Publikum sooo blöde gar nicht ist. Originalität hat noch immer eine Chance. Doch was entscheidet letztlich doch? Die Geilheit. Nuu iss Moldawien raus aus den Top 5, und damit isses vollends langweilig geworden. Welches Liedchen aber wird das letzte sein? Noch isses Deutschland mit 2 Punkten ... doch Maldawien hat Gracia 2 weitere Pünktchen gegönnt. Was nix nützt; denn Albanien hat noch immer 1 Punkt mehr. Ich gönne der deutschen Musikindustrie den Arschplatz aus allertiefstem Herzen.

Aber Griechenland? Was war das noch? Ach so, der Vamp im kurzen Flitterkleid. Alles klar, nur nich das Lied. Ich würd es allein des Gefiedels wegen identifizieren können. Aber jetzt:

1 Punkt für Moldawien aus Deutschland!

Dies Volk ist nicht zu retten.

Gracia indes belegt mittlerweile völlig souverän & unangefochten den letzten Platz. No. 23 ist Frankreich mit 11 Punkten.

And the winner is ...

Griechenland. Ein kleines Lied für kleine Leute. Und wir müssen nich traurich sein, sacht Peter Urban, der jetzt Gracia trösten kann. Mannomann. Geschafft. Und ich bin noch immer nüchtern. Nur leichten Kopfdruck habbich.
schnatterliese meinte am 21. Mai, 21:07:
wolln's ein bierchen? 
quirinus antwortete am 21. Mai, 21:21:
Danke. Prost. Und jetzt bitte noch eins. Nüchtern steh ich das nich durch. 
schnatterliese antwortete am 21. Mai, 21:52:
dassjafürchterlich! 
schnatterliese antwortete am 21. Mai, 22:52:
malta malta malta malta!!!!!!!!! 
quirinus antwortete am 21. Mai, 22:54:
O.K. Das kann ich tolerieren. Aber die schafft's nie & nimmer, weil's auf annehmbare Songs schon lange nich mehr ankommt. 
dino_volare meinte am 21. Mai, 21:40:
07 Moldawien :: Zdob şi Zdub :: Bunica bate toba
sind auch auf dem "Russendisko-Sampler" von Kaminer vertreten. Gutes Album, macht Spaß. 
quirinus antwortete am 21. Mai, 21:52:
Vielen Dank, Herr Volare. Russendisko find ich auch gut. 
g a g a meinte am 21. Mai, 22:56:
nur moldawien
nur und auschließlich.
punkt. 
quirinus antwortete am 21. Mai, 22:58:
D'accord,
Herr Gaga. 
g a g a antwortete am 21. Mai, 23:10:
fr. gaga. aber ändert nichts an moldawien. 
quirinus antwortete am 21. Mai, 23:15:
Entschuldigen Sie, Frau Gaga. Und lassen Sie uns die 2 Punkte aus Monaco für Deutschland feiern. Tz, tz. 
g a g a antwortete am 21. Mai, 23:42:
dass monaco
überhaupt punkte verteilen darf. die waren doch gar nicht dabei. hat aber auch keiner gemerkt. eine wischiwaschi-dudelnummer weniger. gracia kriegt von mir auch zwei punkte: für die neue haarfarbe und die scharfen lederklamotten. aber die hookline ihrer kreischnummer glänzt ja auch durch abwesenheit. 
  Erdstrahlenfreie Webseite!






twoday.net AGB

powered by Antville powered by Helma

xml version of this page

nolist