Wie bitte? wird schon jetzt der eine oder andere Leser fragen. Reflektion? Das ist aber falsch geschrieben!
Richtig. Vor mir liegt ein Praktikumsbericht, worin sehr vieles falsch geschrieben ist. Er stammt von einer angehenden Erzieherin, die in Bremen Abitur gemacht hat. Um diese Prüfung zu bestehen, hat sie vieles lernen müssen und gewiß schon wieder vergessen. Recht so. Auch ich habe, wie die allermeisten meiner Freunde und Bekannten, nicht 1 Sekunde lang etwas von dem gebraucht, womit ich mich etwa im Mathematikunterricht der Oberstufe habe quälen müssen. Von größerem Nutzen wäre es gewesen, hätten alle gelernt, was ich mir, anstatt mich mit Kurvendiskussionen und Integralen zu plagen, nachmittags selbst beigebracht habe: konzentriert zu hören, zu sehen, zu lesen, alles zu durchdenken und mündlich wie schriftlich so zu argumentieren, daß es von allen verstanden werden kann, die konzentriert zuhören, lesen und denken können. Wer aber ist noch dazu fähig?
Das frage ich mich immer wieder, wenn ich Examensarbeiten oder Praktikumsberichte korrigiere; so etwa den, der gerade vor mir liegt. Geschrieben wurde er von einer angehenden Erzieherin mit Abitur, die der Mittelschicht entstammt und deren Eltern beide deutscher Herkunft sind. Ich zitiere ohne Auslassungen aus der von ihr selbst getippten Reflektion des Projektes:
Ich habe es gesehen, und ich sehe es auch heute. Hier der wort- und zeichengetreu zitierte Ausschnitt aus einem Text von der hochgelobten Autorin Sibylle Berg, den sie am 17. November
2004 als Newsletter verschickt hat:
Sollte meine Bekannte mich noch einmal bitten, einen solchen Praktikumsbericht wie den zitierten zu korrigieren, werde ich mich wehren.
Richtig. Vor mir liegt ein Praktikumsbericht, worin sehr vieles falsch geschrieben ist. Er stammt von einer angehenden Erzieherin, die in Bremen Abitur gemacht hat. Um diese Prüfung zu bestehen, hat sie vieles lernen müssen und gewiß schon wieder vergessen. Recht so. Auch ich habe, wie die allermeisten meiner Freunde und Bekannten, nicht 1 Sekunde lang etwas von dem gebraucht, womit ich mich etwa im Mathematikunterricht der Oberstufe habe quälen müssen. Von größerem Nutzen wäre es gewesen, hätten alle gelernt, was ich mir, anstatt mich mit Kurvendiskussionen und Integralen zu plagen, nachmittags selbst beigebracht habe: konzentriert zu hören, zu sehen, zu lesen, alles zu durchdenken und mündlich wie schriftlich so zu argumentieren, daß es von allen verstanden werden kann, die konzentriert zuhören, lesen und denken können. Wer aber ist noch dazu fähig?
Das frage ich mich immer wieder, wenn ich Examensarbeiten oder Praktikumsberichte korrigiere; so etwa den, der gerade vor mir liegt. Geschrieben wurde er von einer angehenden Erzieherin mit Abitur, die der Mittelschicht entstammt und deren Eltern beide deutscher Herkunft sind. Ich zitiere ohne Auslassungen aus der von ihr selbst getippten Reflektion des Projektes:
Da sich das Projekt um die Sinne handelt, lernen sie diese besser kennenDieser jungen Frau, die ich nur vom Hörensagen kenne, würde ich kein vertraue schenke. Sie mag (wie mir von einer Bekannten, der zuliebe ich den Bericht korrigiere, mehrfach versichert wurde) ein sehr nettes Mädel sein; doch ganz offensichtlich ist sie nicht einmal dazu in der Lage, konzentriert zu denken und das wenige, was sie gedacht hat, konzentriert zu Papier zu bringen. Wozu auch? "Hauptsache, man weiß, was gemeint ist", sagte mir vor über 20 Jahren einmal ein inzwischen pensionierter freundlicher Geschichtslehrer aus der grünen Szene. Er halte es nicht für nötig, auf den schriftlichen Ausdruck seiner Schüler zu achten und sie auf Fehler hinzuweisen. Daraufhin hielt ich es für nötig, ihm seine Bequemlichkeit vorzuwerfen und, wie so oft, die Politik der Bildungsreformer anzuprangern. Wer den Deutschunterricht nicht für wichtig halte und zum Laberfach verkommen lasse, erziehe seine Schüler nicht zu - wie es damals noch hieß - mündigen Bürgern, sondern zu braven Konsumenten, die auch politisch alles mit sich machen ließen. "Leute wie du", sagte ich ihm, "sind schuld daran, "daß wir ein Volk von Idioten werden." Dies auch hatte einer meiner Mentoren bereits zu Beginn der 70er Jahre seinen fortschrittlichen Jungkollegen gesagt. "In meiner sechsten Klasse", verriet er mir 1977 hinter vorgehaltener Land, "sind 26 Schüler, darunter 26 Legastheniker. Zu Beginn jeder Deutschstunde mache ich mit denen eine Viertelstunde Rechtschreib- und Grammatikunterricht. Sagen Sie das bloß keinem. Laut Lehrplan nämlich können die das alles schon, also darf ich es gar nicht machen. Ich käme in Teufels Küche, wenn meine Kollegen davon wüßten. Aber Sie sehen ja, es ist dringend nötig."
Sie lernen Ängste zu überwinden, in dem sie einige Aktivitäten machen sollen (Barfuss-Pfard)
Sie stellen sich Selbst die Frage (Wie weit mochte ich gehen?)
Gegenseitig zu akseptiren, lernen die Kinder bei dem Spielen der Spiele
Sie sollen versuchen sich gegenseitig zuhelfen (Wenn einer oder eine nicht weiter weiß, kann ein anderes Kind helfe!)
Sich gegenseitig vertrauen schenke lernen sie bei einigen Aktivitäten
Ich habe es gesehen, und ich sehe es auch heute. Hier der wort- und zeichengetreu zitierte Ausschnitt aus einem Text von der hochgelobten Autorin Sibylle Berg, den sie am 17. November
2004 als Newsletter verschickt hat:
Frau Fallaci hat ein neues Buch geschrieben. Die Empörung oder wie auch immer. über islamische Feiertage. Hoffendlich überlebt sie die Herausgabe. Stichwort Selbstironie.Ja, so geht das. All die freundlichen Minister, die so etwas bedauern, aber nichts dagegen tun. All die freundlichen Lektoren, die solche Texte akzeptieren. All die freundlichen Korrektoren, die haarsträubende Fehler nicht bemerken. All die freundlichen Leser, die pubertäres Geschwätz für Literatur halten. All die freundlichen Quirinusse, die mit dazu beitragen, daß Leute, die zu faul sind, konzentriert zu denken und zu schreiben, ihre Prüfungen bestehen und als Lehrer und Erzieher auf den Nachwuchs losgelassen werden.
Da muss mal Michael Moore ran. Der wird doch jetzt um Himmels willen nicht weitere 4 jahre Anti Bush Filme machen. In der Schweiz hat der Vorsistzende eines islamischen Vereins( nagelt mich nicht auf die genaue Bezeichnung fest) dafür Sorge getragen, das ein Hassprediger ( Frauen züchtigen ist eine super Idee) nach Hause geschickt wurde, wo immer das auch sein mag.So geht das. All die freundlichen Muslime: wehrt euch.
Sollte meine Bekannte mich noch einmal bitten, einen solchen Praktikumsbericht wie den zitierten zu korrigieren, werde ich mich wehren.
quirinus - am Mittwoch, 18. Mai 2005, 14:21 - Rubrik: Deutsches Sprak
pathologe meinte am 18. Mai, 16:42:
Wehren?
Wie genau?Wir leben in einer rechtschreibreformierten Welt. Sinngebende Zeichensetzung ist nicht mehr gefragt, ebensowenig Groß- und Kleinschreibung. Die Werbung macht es einem vor - wie einfach ist doch das Englische. Sprache, Kultur, Wirtschaft, alles wird systematisch zerstört. Auf das wir alle merken mögen, welch nutz- und wertlos Volk wir sind.
quirinus antwortete am 18. Mai, 17:05:
Ich glaube nicht,
daß alles systematisch (also mit Absicht) zerstört wird. Ich befürchte nur, daß den meisten unserer sog. Entscheidungsträger die allumfassende Bedeutung der Sprache nicht klar ist. Dies wiederum wundert mich nicht; denn viele von ihnen sind ja erst während der 70er Jahre und danach zur Schule gegangen.Und wie ich mich wehren werde? Indem ich es ablehne, Arbeiten wie die zitierte zu korrigieren; ferner, indem ich Artikel wie diesen schreibe und vielleicht 3 oder 4 Leser dazu anrege, den Zusammenhang des Denkens mit dem Sprechen und Schreiben zu
pathologe antwortete am 18. Mai, 17:17:
Auch ich
bin einer derjenigen, die in den 70ern in der Schule waren (Dieses Jahr jährt sich mein Abi als Schnapszahl!). Dennoch beherrsche ich die eigene Sprache zu einem Großteil. Liegt wohl daran, dass mit mir als Kind wenig anzufangen war, da ich mich immer in Gedrucktes vertiefte. Einfarbig, wenig Bilder. Trotzdem wurde der Geist nicht befruchtet, meine Aufsätze waren eigentlich immer Konzentrate, aufs Wesentliche reduzierte Beschreibungen. Ich setzte wohl unbewusst voraus, dass die dazugehörigen Folgen und Ereignisse sich von selbst dem Leser erschlossen. Eine Fehlmeinung, die meist mit 3ern oder 4ern geahndet wurde. Konnte ich doch damals nicht ahnen, dass meine Klassenkameraden und Lehrer meinen für ich einfachen Gedankengängen nicht zu folgen vermochten.In so fern gebe ich Dir wiederum recht.
quirinus antwortete am 18. Mai, 17:30:
Schopenhauer hat sich bereits über all jene ausgelassen, die für tief gedacht halten, was gestelzt daherkommt. Bei dieser Gelegentheit sei sogleich dies Buch empfohlen.
semmel antwortete am 18. Mai, 19:01:
Verehrter Pathologe. Was Quirinus so erschütternd, doch wahrheitsgemäß beschreibt, hat mitnichten mit der Rechtschreibreform zu tun. Das is' mir ein bissle zu simpel gedacht und außerdem schlicht unwahr. Das Volk der Idioten hat schon vor der Reform weder schreiben, noch lesen, und schon gar nicht zuhören und denken können. Und wir sollten nicht meinen, dass die Idiotie auf die Kiddies und Pubertierenden beschränkt sei. Nein, nein. Wir sind bereits in der 2. Generation. Oder gar schon in der 3.?
pathologe antwortete am 19. Mai, 12:52:
Herr Semmelmann
Ich habe in keinster Weise behauptet, dass das Dilemma auf die Rechtschreibreform zurückzuführen sei, indes die Rechtschreibreform ist das zwangsweise Ergebnis einer Gesellschaft, die, wie Sie bereits richtig anmerkten, in der n-ten Generation (mit n > 1, das muss ich als Naturwissenschaftler mal so dahinstellen) damit beschäftigt ist, ihren Geist zu reformieren. Geiz ist geil fällt mir dazu ein, besonders beim Denken wird dies immer wieder deutlich ("Wieviele Flaschen Bier sind in einem Sechserpack?" ;o) ). Es wird ja, Sie werden es auch am Fernsehprogramm erkennen, wie ich Ihrem Blog entnahm, nicht mehr gefordert, außer beim Arbeitslosengeld 2. Da heißt es ja Fordern und Fördern. Wobei ich mich eigentlich mehr auf das geistige Fordern beziehe. Wo gibt es denn heutzutage noch geistig anspruchsvolle Ware? Na?
wvs_at_re-actio.com meinte am 19. Mai, 01:02:
@ quirinus: Im Allgemeinen ....
gelingt es mit, korrekt zu schreiben. Zumindest bemühe ich mich - und da liegt der Unterschied! Bemühen ist nicht mehr "in", es ist unbequem, läßt die Bemühten erkennen wo ihre Grenzen sind. Weil aber der Zeitgeist nur "Gewinner" akzeptiert und jeder Mensch daher lieber Gewinner als Verlierer sein will, kommt es zu den Grundreaktionen "Aggression" oder "Verächtlichmachung" jenen Bloggern gegenüber, die auf Mängel hinweisen.Was man in vielen Blogs liest, fällt sicher unter "Ungenügend", sofern man die gängigen Regeln der Rechtschreibung anwendet.
Ich fühle mich durch Ihren Beitrag in einer Sache bestätigt:
Dran bleiben, nicht nachlassen in dem Bemühen es doch noch in eine richtige Richtung zu schieben ....
Was mich hier - bei twoday - aber auch in anderen Weblogs stört ist die ausnahmslose und maßlose Aggressivität wenn man auf Rechtschreibmängel hinweist .... alleine der Hinweis ist wohl Einigen schon zuviel ....
quirinus antwortete am 19. Mai, 03:06:
Semmel hat mal wieder noch ein'n draufgehaun. Und es ist die Wahrheit. @ Herr re-actio: Daß so viele Blogger aggressiv reagieren, wenn Sie auf Mängel in der Rechtschreibung hinweisen, dürfte auch persönliche Gründe haben; denn mir ist es bisher noch nicht passiert. Dies mag daran liegen, daß mein Blog weniger Leser hat als Ihres. Im übrigen stören mich Rechtschreibfehler auch nur dann ganz erheblich, wenn sie in Texten sog. Profischreiber auftreten und/oder in offiziellen Texten von Gymnasiasten, Studenten & Akademikern mit katastrophalen Grammatikfehlern, Stilsünden & Denkfaulheit korrelieren.
wvs_at_re-actio.com antwortete am 19. Mai, 21:14:
Was die Leser angeht ....
bin ich mir nicht so sicher. Jedenfalls ist es schade, wenn hier nicht mehr gelesen wird ....Wie semmel es schrieb:
Hinter den Fehlern stehen Mängel im Denken Das Volk der Idioten hat schon vor der Reform weder schreiben, noch lesen, und schon gar nicht zuhören und denken können Das sitzt!
quirinus antwortete am 20. Mai, 14:37:
Ich sach ja immer: Semmel sagt's.