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Sollten 50 Millionen Menschen plötzlich glauben, Katzenhaare machten Krebs, würde unser Staat dafür Sorge tragen, daß alle Katzen restlos vernichtet werden. Mittagspausengeplapper? Nein:
Auch wenn aus wissenschaftlicher Sicht ein gesundheitliches Risiko bei Lebensmitteln oder Produkten klein ist, kann der Staat zum Handeln gezwungen sein, weil das Risiko in der Öffentlichkeit als groß empfunden wird. Darüber waren sich die rund 200 Teilnehmer an einer Veranstaltung einig, zu der das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) aus Anlass seines 5-jährigen Bestehens nach Berlin geladen hatte. "Rechtfertigen gefühlte Risiken staatliches Handeln?" war die Frage, die es zu beantworten galt. Die Antwort der Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden und Nichtregierungsorganisationen war eindeutig: Die Politik muss bei ihren Entscheidungen neben den rein wissenschaftlichen Erkenntnissen über das Ausmaß eines gesundheitlichen Risikos auch andere Schutzbereiche und Rechtsgüter wie wirtschaftliche Interessen, Vertrauensverlust in die Institutionen und, wenn auch aus wissenschaftlicher Sicht unbegründete, so doch reale Ängste der Bevölkerung berücksichtigen. "Nahezu jedes gefühlte gesundheitliche Risiko kann sehr schnell zu einem tatsächlichen Risiko werden", gab BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel in seiner Begrüßungsrede zu bedenken.
Das also ist die psychologische Rechtfertigung für alle Psychopathen, jede beliebige Menschengruppe als Schädling am gesunden Volkskörper betrachten, verfolgen und vernichten zu können. Doch anders als vor 75 Jahren wird nur wenig Blut dabei fließen. Die Faschisten von heute haben ja die neuen Medien. Und ihre Pogrome nennen sie Kampagnen.

[Nachtrag] Man lese hierzu aufmerksam dies oder den amerikanischen Originaltext. Und dann sage keiner mehr, in der westlichen Welt gebe keinen Bürgerkrieg. Wir sind schon mittendrin. Doch die meisten merken es nicht, weil Worte und Bilder die Waffen sind.
pathologe meinte am 17. Jan, 14:39:
Abhängig
von den Lobbyisten werden aber diese Kampagnen mediengerecht zurecht (oder heißt es "zurück"?) gestutzt. Ich denke da an Gammelfleisch... 
quirinus antwortete am 17. Jan, 14:56:
Es wird höchste Zeit, daß die Hetze gegen die Raucher zurückgestutzt wird. Siehe meinen Nachtrag. Es ist ungeheurlich, was im Augenblick passiert. 
Sonnenfleisch meinte am 17. Jan, 19:23:
Bundesinstitut für Risikobewertung - war mir bislang unbekannt; hört sich sehr nach einer ABM-Maßnahme für redundante Beamtenschaft an.

Fürchte, dass wir mit der BfR und ähnlichen "Instituten" noch eine Menge Spaß haben werden. (Zum Beispiel, um was wetten wir, dass mittelfristig ein Alkoholverbot in der Öffentlichkeit, ganz nach dem Vorbild von Lala-Land, kommt?)

So ein Gummiausdruck wie der vom "gefühlten Risiko" eröffnet den Herrschaften doch neue, verlockende, ungeahnte Möglichkeiten ... 
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