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sei es, die Menschenwürdegarantie per Verfassungsänderung einzuschränken und sog. Terroristen aus der Rechtsordnung auszugrenzen, mahnte unser oberster Verfassungsrichter.

Das sei nicht von Papier, sagte man früher anerkennend, wenn eine Sache hieb- und stichfest war. Diesmal aber ist sie von Papier, und zwar von Hans-Jürgen. Was Juristen wie ihm noch undenkbar erscheint oder einst undenkbar erschien, wurde längst von anderen gedacht und wurde oder wird gemacht, früher oder später. Anything goes war einst nur ein schöner Song von Cole Porter; dann wurde der Titel zum philosophischen und popkulturellen Slogan, und wer sich weder für Philosophie noch für Popkultur interessierte, sondern einzig und allein dafür, zu Macht und Geld zu kommen, der strebte nach mentaler Aufrüstung und ließ sich konditionieren für die neue Zeit. Jeder Mensch kann alles erreichen, was immer er sich vorstellt. Er muß nur daran glauben! Alles ist möglich! So das Mantra der Nazisten Narzißten; und nun leben wir unter der Diktatur der Optimisten. Sie sitzen überall in Wirtschaft und Politik, manche auch im Rollstuhl, der erst recht motivierend wirkt. Grenzen sind dazu da, überwunden zu werden. Und jeder kann sie überwinden:
"Hebt man den Blick, so sieht man keine Grenze", formuliert Prof. Dr.-Ing. Joachim Milberg, Vorstandsvorsitzender von akatech, als Fazit der Veranstaltung. Das Münchener Kolloquium habe den Blick gehoben, so Milberg weiter, und sich Gäste und Veranstalter zeigten sich zufrieden [sic] mit den Ergebnissen des Münchener Kolloquiums. "Mit dem Thema", resümiert Michael Zäh vom iwb, "haben wir den Nerv der Zeit getroffen. Wir hoffen, dass wir mit unserer Veranstaltung mit dazu beigetragen haben, neuen Mut für Innovationen und deren Realisierung aufzubringen."
Ja, so reden sie seit bald drei Jahrzehnten, all die großen und kleinen Gangster, und in diesem Sinne treiben sie uns immer weiter hinein in einen kollektiven Größenwahn, aus dem es kein Entrinnen gibt. Vor 40 Jahren schien es noch undenkbar, daß Kinder, denen man einschärfte, alles kritisch zu hinterfragen, zu Erwachsenen mutieren würden, die jedem kleinen Diktator hinterherlaufen und ihn dafür bezahlen, daß er sie im Chor Tschakka! oder Mothafucka! schreien läßt. Doch inzwischen sind schon drei Generationen perfekt gebrieft, und ein Ende ist nicht abzusehen; hat doch zumindest eines wirklich keine Grenzen: die Fähigkeit der Psychomutanten, in kürzester Zeit auch ohne Einsatz der Atombombe all das zu zerstören, was unsere Altvordern in Tausenden von Jahren aufgebaut haben. Noch vor wenigen Jahrzehnten hat man diese Fähigkeit nur einem Hitler oder Stalin zugetraut; mittlerweile jedoch wissen wir, daß es jeder schaffen kann, wenn er's nur wirklich will. Tschakka!
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