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Über die Börse und das Böse läßt sich in diesen Tagen wieder endlos spekulieren. 13.000 Jobs in den USA auf der Kippe, die Schadensersatz-Klage in Deutschland abgeschmettert - schon belohnt die Börse den kriselnden Autokonzern DaimerChrysler [sic]. Der Aktienkurs ist so hoch wie seit 2002 nicht mehr, lautet heute eine gute Nachricht; wohingegen es für uns eine böse sein soll, daß Brigitte Mohnhaupt aus dem Knast entlassen wird. Ich aber kenne niemanden, der sich jemals persönlich von der RAF bedroht gefühlt hat, hingegen unzählige, die sich von den potentiellen Opfern einer potentiellen neuen RAF in ihrer Existenz bedroht fühlen. Über eines der RAF-Opfer, den SS-gestählten Demokraten Hanns Martin Schleyer, hat Semmel Redunzl einiges zusammengetragen, was wir Älteren noch wissen, sofern wir unsere Bildung nicht nur aus der BILD bezogen haben, und was alle anderen zur Kenntnis nehmen und sich gut merken sollten, bevor die Desinfomationsflut vollends unter sich begräbt, was nicht nur Daimler-Benz AG und Börse war und ist, sondern auch ein Teil des Bösen, und zwar der ungleich größere. Für alle, die's nicht wahrhaben wollen, sei hier noch einmal zitiert, was (wie lange noch?) bei Wikipedia nachzulesen ist:
Nach dem Abitur 1933 in Rastatt beginnt Schleyer ein Studium der Rechtswissenschaft in Heidelberg, wo er dem Corps Suevia Heidelberg, einer schlagenden Verbindung, beitritt.

Er ist schon früh ein überzeugter Nationalsozialist. Nach Mitgliedschaft in der Hitler-Jugend seit 1931 wird er am 1. Juli 1933 Mitglied der SS. Während des Studiums engagiert er sich in der NS-Studentenbewegung und findet im Heidelberger Studentenführer Gustav Adolf Scheel einen ersten wichtigen Mentor. Im Sommer 1935 wirft Schleyer seinem Corps "mangelnde nationalsozialistische Gesinnung" vor und tritt unter öffentlichem Protest aus der Verbindung aus, als der übergeordnete Kösener SC-Verband sich weigert, alle jüdischen Alten Herren aus dem Corps auszuschließen.
Es paßt zu allem, was Ulrike Meinhof vor 40 Jahren dachte und schrieb, daß Schleyers frühe Begeisterung für die Hitler-Himmler-Bande und seine Führertreue über dessen letzten Atemzug hinaus so manchen christlichen Demokraten und Journalisten weniger bekümmert als jene unrühmlichen Details aus dem Leben des Günter Grass, deren Verbreitung im letzten Jahr die Auflagen und Einschaltquoten so erfreulich steigerte. Angesichts dieser altbekannten Verlogenheit wundere ich mich nicht darüber, daß die noch inhaftierten ehemaligen RAF-Mitglieder jene Reue vermissen lassen, die Willy Brandt gezeigt hat, als er 1970 in Warschau das polnische Volk für die Verbrechen der Nazis um Vergebung bat: zufällig in jenem Jahr, als Hanns-Martin Schleyer der CDU beitrat und Kriminalobermeister Karl-Heinz Kurras, der Mörder des Studenten Benno Ohnesorg, in einem zweiten Prozeß um die Ereignisse am 2. Juni 1967 zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Doch bereits nach vier Monaten wurde er wieder freigelassen. "1975 trat er erneut in den Polizeidienst und wurde 1987 pensioniert", heißt es bei Wikipedia über den Polizisten, von dem ich genausowenig wie Redunzl über den SS-Mann weiß, ob er sich jemals geschämt hat.
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