Dies wird gewiß einige pazifistische Damen & Herren freuen: ist es doch politisch korrekt zu glauben, Metal wirke verrohend. Aber auch Beethoven und andere hehre Herren haben Soundtracks zum Krieg geschrieben.
John Gittoes, der australische Regisseur des Films Soundtrack to War, hat unter dem Eindruck seiner Erlebnisse im Irak einige beachtliche Bilder gemalt. Zu sehen sind sie auf seiner Website.
John Gittoes, der australische Regisseur des Films Soundtrack to War, hat unter dem Eindruck seiner Erlebnisse im Irak einige beachtliche Bilder gemalt. Zu sehen sind sie auf seiner Website.
quirinus - am Mittwoch, 18. August 2004, 16:47 - Rubrik: Musik und Artverwandtes
albannikolaiherbst meinte am 18. Aug, 17:30:
Beethoven.
Ja, das ist wahr. Es gibt unsägliche Stücke von ihm, die unter anderem Pynchon dazu brachten, etwa folgenden Satz zu schreiben:
Alles, was man fühlt, wenn man einen Beethoven
ans Ohr kriegt, ist losmarschieren und Polen erobern.Die Enden der Parabel, 688
Allerdings gibt es enorm viel Musik Beethovens, die dieses "Kriterium" nicht bedient; man muß nur an die spätern Klaviersonaten denken.
quirinus antwortete am 19. Aug, 03:39:
Aber selbssversdändlich. Doch auf den martialischen Beethoven hinzuweisen erschien mir nötig; denn daß ER Stücke wie "Wellingtons Sieg" geschrieben hat, wird im Musikunterricht (von den Klassikdudelsendern ganz zu schweigen) nur gar zu gern verschwiegen.
huflaikhan antwortete am 19. Aug, 21:08:
Musikalischer Triumph über Napoleon
Quirinus, das wundert mich schon, dass die Klassikdudler das Stück anscheinend selten spielen, denn es fetzt ja auf seine Weise. Das Stück ist nicht gut, das muss man wohl konzedieren. Aber dieses op. 91 ist dennoch ein erstaunliches Stück (Musik)Geschichte. Ich habe ein bisschen in meinen Archiven gekramt und einen alten Text zum Stück gefunden. Vielleicht interessierts ja jemanden. Die Mischung aus "Live-Aid" á la 18hundertfürchterlich und fast so was von "The Dome" spielen da mit rein. Musikalischer Triumph über Napoleon.
quirinus antwortete am 20. Aug, 15:41:
Quirinus dankt
dir, Huflaikhan, für deine Anmerkungen und den Artikel in deinem Blog. Die historischen Hintergründe waren mir bereits vertraut, nicht aber die Geschichte mit der All Stars. Das mit dem Soundtrack zum Krieg war also nicht ernst gemeint; denn dieser Vorwurf trifft ja weder Beethoven noch die Autoren der von den US-Soldaten gehörten Metalstücke. Allerdings fürchte ich, daß sich dies mit dem Film von Gittoes und den von Bush proklamierten "wars of the 21st century" ändern wird.
Und der Klassik-Dudelfunk? Ich höre ihn zwar nur sehr selten, bin mir aber sicher, daß "Wellingtons Sieg" dort genausowenig gebracht wird wie anderswo "Master of Puppets" von Metallica. Viel zu dynamisch das alles. Es geht schließlich nicht ums Zuhören, sondern um ein bürokompatibles Wellness-Feeling.