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Nun ist die Musikwelt wieder in Ordnung. Xavier Naidoo und Kool Savas haben ein Statement abgegeben und gesagt, was zu erwarten war, und die Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen eingestellt, weil ein Rap, der von einem Jesusfreak verbrochen wurde, ganz gewiß kein Crap sein kann. So einfach geht das inzwischen wieder. Nicht das Kunstwerk zählt, sondern die Gesinnung. Stammte der Track von Frei.Wild, stünde er längst auf dem Index.

Ich bin stets dagegen, mit zweierlei Maß zu messen. Dieser Text wird nicht dadurch besser, daß er von zwei Jungs stammt, die sich als Musterknaben darstellen. Bei der Frage, ob ein Songtext volksverhetzend ist oder nicht, darf nur der unmittelbare Kontext eine Rolle spielen: also die Vertonung, die Interpretation und die Einbettung in das musikalische Geschehen der jeweiligen CD. Zur Vertonung und zur Interpretation ist in diesem Fall zu sagen, daß es nicht den allergeringsten Hinweis darauf gibt, es könnte sich um das Werk zweier Menschenfreunde handeln, die nur vor Pädokriminellen warnen wollen, nicht aber allgemein vor Männern, die keine Möse lieben. Und zum Kontext ist zu sagen, daß zwischen ihm und dem letzten Titel zwei Minuten Pause liegen, und danach kommt gar nicht mehr. Es handelt sich also eindeutig um eine Botschaft, die Xavas für so wichtig halten, daß sie ihr einen Sonderstatus zugewiesen haben. Hört mal alle hin, was wir euch sagen wollen! Und nun, da alle hingehört und die Botschaft des Tracks so verstanden haben, wie sie nur verstanden werden kann, drehen sie uns eine Nase und behaupten, sie hätten das alles anders gemeint. Weshalb aber waren sie nicht in der Lage, bereits im Track darauf hinzuweisen? Ich hätte es nicht überhört und sie beide verteidigt. Denn die Kunst ist das Reich der Zwischentöne. Doch wo sind die Zwischentöne in Wo sind? Ich habe keine vernommen, anders als in diesem sprachlich nicht minder primitiven Text aus der Anfangszeit von Böhse Onkelz, über den ich hier schon einmal kurz geschrieben habe, weshalb er noch immer zu Unrecht auf dem Index steht.

Ohnehin kann es nicht darum gehen, solche Texte zu verbieten. Stattdessen sollten sich unsere Saubermänner lieber fragen, welchen Anteil sie daran haben, daß derlei Texte geschrieben werden: sind all diese Machwerke doch ein zuverlässiger Indikator für den Rücksturz unserer Zivilisation ins Mittelalter. Wo wir bereits angekommen sind, zeigt besonders deutlich diese Tagesschau-Meldung vom 17. November 2012:
Überwiegend Rechtsgelehrte und liberale Politiker sind beunruhigt, dass sich Pranger-Strafen zunehmender Popularität erfreuen, nicht nur auf dem flachen Land. In Pennsylvania musste eine 55-jährige Frau ein Schild um den Hals tragen, auf dem stand: "Ich habe ein neunjähriges Mädchen bestohlen. Stiehl nicht, sonst passiert Dir das auch!" In Texas wurde ein Mann, der seine Frau mehrfach geschlagen hatte, zu 30 Nächten in einer Hundehütte verurteilt.
Geiler Stoff für'n coolen Track!
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