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... except in this case", sagt der Superhero in die Kamera hinein. Und gleich darauf:
Mirror, mirror framed in gold,
in your depths a story, old,
of a rock star who became a MONSTER!
Das ist nun schon lange her. Aus welchem Jahr genau der Clip stammt, weiß ich nicht; denn ich war nicht nur nie ein Fan von Gary Glitter, sondern habe ihn verabscheut, seit mir sein erster Hit zu Ohren kam. Für mich war er der personifizierte Niedergang meiner geliebten Popmusik, und das sagte ich damals jedem, mit dem ich über Popmusik sprach. "Je mehr sie von Rock'nRoll singen, desto weniger nachen sie", sagte ich und verwies immer wieder auf Glitters primitive Stampfstücke mit den schmierig-anzüglichen Texten, die ganz offensichtlich geschrieben worden waren, um Dreizehnjährige zu sexualisieren. Damals allerdings, mit meinen 17 Jahren, war ich noch so naiv zu glauben, es gehe nur ums Geld, und wechselte sofort den Sender, wenn ich ein Stück von Gary Glitter hörte. Inzwischen aber weiß ich, worum es diesem Macker (der das Gehabe der musikalisch nicht minder unbegabten Gangsta-Rapper vorwegnahm) auch noch ging: um die stetige Zufuhr von Frischfleich für ihn und seine Pädo-Gang. Wer das nicht glaubt, der sehe sich den verlinkten Werbespot ganz genau an und lese die Texte zu seinen Hits. Sie sind allesamt das Selbstbekenntnis eines notorischen Kinderfickers und seiner Kinderfickerbande, die jahrzehntelang in aller Öffentlichkeit top of the pops poppers war, genauer: die Spitze des Eisbergs, der nun allmählich aus dem Meer des Schweigens aufzutauchen beginnt.

Als ich zum erstenmal einen sog. Pädophilen sah, war ich knapp 11 Jahre alt. Weil er nie enttarnt wurde und ich keine Beweise habe, darf ich hier nur sagen, daß dieser allseits beliebte evangelische Kirchenmann sehr honorig wirkte, mir jedoch sofort seltsam unheimlich war, ohne daß ich einen konkreten Grund dafür hätte nennen können. Seine Zugewandtheit uns Kindern gegenüber habe ich als unecht empfunden: sie hatte etwas so Lauerndes, daß ich ihn und seinen ersten Blick auf unsere Krippenspielgruppe noch heute mit Schaudern vor mir sehe.

Zur selben Zeit - im November 1965 - begann ich exzessiv das englischsprachige Programm von Radio Luxemburg zu hören. Auch dort gab es einen Mann, den ich wegen seiner Art intuitiv nicht ausstehen konnte. Es war der DJ Jimmy Savile, dessen unablässiges Gutelaunegequatsche mir so derart auf die Nerven ging, daß ich mir stets einen anderen Sender suchte. Hier ist es zu hören. Und es folgt, na was'n Zufall, der Hit The Pied Pieper a.k.a. Der Rattenfänger von Hameln. Als ich Savile Jahrzehnte später zum erstenmal sah, als Moderator der alljährlichen NME-Poll-Veranstaltung, wußte ich noch nichts davon, was in Großbritannien längst alle Spatzen von den Dächern pfiffen. Ich war nur froh, diesen offenbar krankhaft narzißtischen Hampelmann als Kind nicht gesehen zu haben. Er wäre mir zutiefst unsympathisch gewesen und hätte mir die gesamte Beatmusik vermiest, so wie wenig später sein Kollege Dave Lee Travis beinahe den gesamten Beat-Club. Auch dieser DJ wird inzwischen der sexuellen Anmache junger Mädchen beschuldigt. Ob das stimmt oder nicht, ist hier nicht von Belang. Wichtig ist nur wieder einmal, daß sich all die Jungs auf den kulturellen Zeitgeist der 60er und 70er Jahre berufen werden. Und der wurde, wie inzwischen offensichtlich ist, maßgeblich von Typen wie Savile geprägt, sei's in der Verkleidung als Psychiater, Psychologe, Popstar, Pädagoge, Priester oder Politrevoluzzer. Die sexuelle Revolution, so scheint es, war zu einem beträchtlichen Teil das Projekt einer pädosexuellen Minderheit, die zusammenhielt, wenn es darum ging, die sexuelle Gewalt gegenüber Minderjährigen salonfähig zu machen, und zerstritten war, sofern es darum ging, einander die Beute abzujagen.

Als bemerkenswert empfinde ich die Reaktion der deutschen Medien auf die Vorgänge rund um die BBC. Es gibt zwar diverse Berichte, doch es wird der Anschein erweckt, als handele es sich bei allem nur um ein britisches Phänomen. Richtig daran ist, daß es Leute wie Savile oder Gary Glitter hierzulande nicht gegeben hat. Doch unsere Gewalttäter waren nur nicht so glamourös maskiert. Es waren unzählige Pfaffen und unzählige Pädagogen, aber ganz gewiß auch diverse spätere Politiker. Von Daniel Cohn-Bendit wissen wir, wie experimentierfreudig auch jene Männer (und zuweilen Frauen) waren, die wir heute als Achtunsechziger bezeichnen. Seine diesbezüglichen Schilderungen hat er später als Provokationen und Fiktionen abgetan. Doch sie entsprachen genau dem, was in manchen auch mir bekannten 'aufgeklärten' und 'alternativen' Kreisen gang und gäbe war. Hier ist das betreffende Kapitel des autobiographischen Buchs Der grosse Basar (1975 bei Trikont erschienen) im vollen Wortlaut von 1975 nachzulesen. Doch die Opfer des gar zu praxisorientierten Teils der SexPol-Bewegung werden sich wohl niemals zu erkennen geben; denn die Odenwaldschule, so wird es uns größtenteils vermittelt, sei ja nur einer von wenigen bedauerlichen Einzelfällen außerhalb der katholischen Kirche gewesen. Über das tatsächliche Ausmaß der pädosexuellen Umtriebe zu munkeln wird, wie so vieles andere auch, den tatsächlichen und vermeintlichen Rechten überlassen. Wir bekommen zwar gelegentlich auch in 'linken' Zeitungen Artikel oder Interviews zu lesen, die uns stutzig machen könnten, dürfen jedoch nicht einmal zu denken wagen, daß Macht und sexuelle Gewalt und infame Heuchelei offenbar zusammengehören, nicht nur in der katholischen Kirche und auch nicht nur in Großbritannien, als Edward Heath Premierminister war.

Ich sage immer wieder: An ihrer Sprache sollt ihr sie erkennen; und das gilt auch gerade dann, wenn sie nur Witzchen zu machen oder zu übertreiben scheinen, so wie Jimmy Savile 1975 in Top of the Pops. Nach einem Auftritt von Gary Glitter verkündet er den jubelnden Teenies: "He's mad, I tell you."
Zaffrani (Gast) meinte am 20. Aug, 22:29:
KKS und Quirinus..Abneigung durch Missverstaendniss ?
Ist Kool Savas und XNs statement nicht in groben Zuegen Deine in diesem und anderen posts ausgedrueckte Ansicht identisch ?!
Kernaussage: KF sind abscheulich, Allerletzter Dreck (so wahr wie
eine Aussage nur sein kann, IMHO )
Der Text ( von Savas ) ist notwendigerweise unpraezise, da die Wortwahl untergeordnet oder eher angepasst ist um ins Reim/Strophe Schema d.h. Songformat zu passen.

Savas ist wohl einer der einzigen in Showbuis/Media/Music Scene vollstaendig & selbstdenkhandlungsfaehig geblieben ist. Auch nicht was man Talkshowtingler oder ExplosivDasMagazin- Fresse nennen koennte.

Grundsaetzlich wird promoteter ins TV gelassener Deutschrap so primitiv/ aggressiv wie machbar rausgebracht "gebranded", wie Du es auch feststellst. "Culture of Death" / Seelenzersetzung 4 Fun&Profit insgesamt hat einflussreiche, entschlossene Sponsoren wenn mich nicht alles taeuscht.

mit 13 das erste mal Gang Bang das ist krank! Menschen töten Menschen für ein Land das ist krank! Kein Dach über 'm Kopf manche Leben auf der Bank (krank) keine Hoffnung Leute saufen sich um den Verstand (krank) andere bestimmen über dein Leben das ist krank du sagst die Wahrheit aber sie lassen dich nicht reden das ist krank der eine hat alles, der andere nichts (krank) einige sprechen nur noch mit Waffen ist das nicht krank? Manche verlieren vor lauter Schmerzen den Verstand suchen Hilfe bei Ärzten die nicht Helfen wollen das ist krank! ...

Gruss ZaffraniEinz 
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