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Man sollt' sich wirklich nicht um die Nachrichten kümmern, wenn es dringend geboten ist, sich darum zu kümmern. Mal sagen die einen Experten der Bildzeitung, das ALG II sei um 2,3 % zu hoch, weil es über dem Existenzminimum liege; dann sagen den anderen Experten der Bildzeitung, Kinderlosen müsse die Rente halbiert werden; - : und immer wieder denk ich: Jaja, das ist sie, die Nazimentalität. Frauen müssen Gebärmaschinen sein, Schwule & Lesben (die nun mal aus nachvollziehbaren Gründen meist kinderlos sind) und andere, die anders sind als es den herrschenden Herren genehm ist, werden bestraft ...

Ja glaubt denn das Bonzenpack, daß es in einem Staat wie diesem noch Freude macht, sich fortzupflanzen? Merken diese Vertreter der Elite nicht, daß zwischen ihrem katastrophal antisozialen Verhalten und der ach so dramatischen Enwicklung gerade in den letzten beiden Jahren ein Zusammenhang besteht? Ach! es interessiert sie nicht, weil sie ... ich verweise nur auf diese Seite.

Sagen wir's doch offen: In diesem Lande gibt's ein Entsorgungsproblem. Es gibt zu viele Arbeitslose, Kranke, sexuell Abartige und Rentner, kurz: zuviel Wohlstandsmüll. Das Problem ist erkannt; nun muß es mit industrieller Präzision beseitigt werden. Und ich wette darum, daß so mancher unserer Experten davon träumt, all diese Menschen wie infiziertes Nutzvieh zu behandeln.
wvs meinte am 17. Mrz, 03:25:
Da fällt mir ....
doch gleich der Film "Soylent Green" (1973) ein .... 
quirinus antwortete am 17. Mrz, 07:51:
Mir immer; denn
diesen Film hab ich schon für äußerst realistisch gehalten, als er für andere nur schön gruslige SF war. Zu jener Zeit gabs auch nen anderen amerikanischen SF-Film, der davon handelt, daß Menschen in einem totalitären Staat keine Kinder mehr kriegen dürfen. Im totalen Kapitalismus regelt sich mal wieder alles wie von selbst. Menschen, die in ihrem Leben keinen mehr Sinn sehen können, produzieren weder Kinder noch Kunstwerke. Sie taumeln blind durchs Leben, zusammen mit ihrer niedergehenden Kultur, während ein paar andere den großen Reibach machen und von ihren Sklaven Ruinen in die Welt setzen lassen: wie demnächst den Flughafen Berlin-Brandenburg. Häßlicher Prunk einer häßlichen Zeit. 
wvs antwortete am 17. Mrz, 12:33:
Auch "1984" reiht sich da ein ....
und wo wir gerade bei "totalitär" sind:
Zwei gut funktionierende Flughäfen, die noch zudem den Vorteil haben, daß man sie sehr leicht erreichen kann, weil sie Innenstadt-nah gelegen sind, für ein solches Großprojekt, das endlos Steuergelder verschlingen wird, zu opfern halte ich auch für groben Unfug - um schlimmere Ausdrücke zu vermeiden .... sehr gut haben Sie das mit der Sinnentleerung dargestellt: Wir leiden unter "Kinderlosigkeit" nicht wegen der Kosten, sondern weil Viele entweder auf "fun" oder auf "no future" gepolt sind .... und daran wird auch ein noch-so-teures Kinderaufbewahrungssystem nichts ändern .... 
quirinus antwortete am 17. Mrz, 13:32:
So hab ich
das aber gar nicht gemeint. Die Kinderlosigkeit hat etwas mit materiellen Faktoren und der Befindlichkeit potentieller Eltern zu tun. Ich betrachte sie (nicht im Einzelfall, wohl aber gesamtgesellschaftlich) als ein Verfallssymptom, und das wiederum nicht mt moralisierend erhobenem Zeigefinger. Erstens hab ich selbst keine Kinder, und zweitens kann ich sehr gut nachvollziehen, weshalb so viele sich heute davor scheuen, Kinder in die Welt zu setzen, selbst wenn sie's gern täten. Hierzu wäre vieles zu sagen, auch über die deutsche Geschichte der letzten 100 Jahre; aber ich muß mich jetzt wieder meinen Werbefuzzis zuwenden. 
Nakry meinte am 17. Mrz, 20:56:
Jetzt mal von generationenvertrag und der damit verbundenen "zukunftssicherung" abgesehen, ist es wirklich nötig wie bekloppt kinder zu produzieren?
Ich sehe die Armut, hier in deutschland und in der welt -geistige, seelische und materielle - sehe die umweltverschmutzung, die überbevölkerung... was für eine Zukunft sichern wir da?

(und wenn man es lesben und schwulen, kinderlosen einfacher machen würde, zu adoptieren, gäbe es mehr glücklichere kinder, glücklichere eltern und die kinderzahl erhöht sich.) 
quirinus antwortete am 18. Mrz, 11:59:
Nöö, kein Mensch
muß müssen. Auch ich bin nicht für die Vermehrung auf Deubelkommraus. Aber ich bin (wenn's denn die Menschheit schon gibt) sehr für den lebendigen Fortbestand der unterschiedlichen Sprachen und Kulturen, also auch unserer. Deshalb bin ich dafür, daß überall (also auch hierzulande) Menschen geboren werden, die ihre jeweilige Sprache und Kultur (damit aber nicht alle Idiotismen; das ist wohl klar) überliefern und darüber wachen, daß nicht jener graue Einheitsbrei entsteht, den produzieren zu wollen man einst den Kommunisten nachgesagt hat, der aber nun vom entfesselten Kapitalismus zusammengerührt und freedom genannt wird.

Anders gesagt: Fortpflanzung um der Rente und des Wirtschaftswachstums willen? Nein danke. Mir geht's um den Erhalt der Vielfalt nicht nur in der Tier- und Pflanzen-, sondern eben auch in der Menschenwelt. Und Vielfalt bedeutet eben nicht das, was uns seit einem Vierteljahrhundert in den bunten Anzeigen der IT-Branche vorgeführt wird: daß Menschen unterschiedlicher Hautfarbe alle friedlich das gleiche tun, nämlich wie gebannt in keimfreien Büros auf den Monitor starren, ein widerwärtiges englisches Kauderwelsch radebrechen und unsere Welt so vernetzen, daß keiner mehr dem Wahnsinn entkommen kann. 
Köppnick antwortete am 18. Mrz, 17:34:
Logikproblem
und wenn man es lesben und schwulen, kinderlosen einfacher machen würde, zu adoptieren, gäbe es mehr glücklichere kinder, glücklichere eltern und die kinderzahl erhöht sich.

Dass es durch Adoption mehr glückliche Kinder und Eltern gäbe, mag ich glauben, aber wieso soll Adoption die Kinderzahl erhöhen? 
Irene antwortete am 20. Mrz, 16:24:
Die Kinderzahl in D steigt durchaus, wenn Kinder aus dem Ausland adoptiert werden (dafür muss man kein heterosexuelles Ehepaar sein, das können auch Einzelpersonen mit und ohne Partner). 
Köppnick antwortete am 21. Mrz, 19:23:
@Irene
Das stimmt zwar, aber die Dimensionen unseres demografischen Problems sind doch etwas größer. Das letzte Mal, als ich davon gehört habe, das Problem durch Immigration zu lösen, ging es um eine Quote von 1-1,5 Millionen Neubürger pro Jahr. Ich hielt das damals für eine Illusion. Inzwischen ist es um diese Alternative ganz still geworden. Das demografische Problem müssen wir selbst lösen, oder besser entschärfen, denn für eine auch nur annähernd stabil bleibende Bevölkerungszahl ist es schon zu spät. 
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