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schien einige unserer gutbezahlten Tagelöhner zu beschleichen, als ruchbar ward, daß auch die Nazis sich des Slogans Du bist Deutschland bedient haben. Die Mutmach-Kampagne schon deshalb für faschistisch zu halten ist ganz gewiß so lachhaft wie das antideutsche Ressentiment der Hirngepiercten, auf das in diversen Artikeln über die Diskussion in der Bloggerszene hingewiesen wird, aus gutem Grunde; denn so mancher Blogger hat begriffen, worum es tatsächlich geht: um die neoliberale Mobilmachung mittels jener Gehirnwäsche, die uns als Positives Denken verkauft wird; ein bildschirmflacher Optimismus, den schon der alte Schopenhauer als ruchlose Denkungsart verdammt hat; die von den Medien betriebene Umprogrammierung von Millionen mit Hilfe krankmachender Psychotechniken. Wen wundert es also, daß über die ernstzunehmende Kritik an der Kampagne nicht berichtet wird? Daß die Austern alles zuschleimen und Harald Schmidtmacher schweigt?

Angesichts der selbstverständlich völlig unbedeutenden historischen Parallele hat sich Martin Müller-Mertens von der Berliner Umschau besonders hervorgetan, im Geiste eines Impressums, das stolz verkündet: Die Berliner Umschau hält sich an die traditionelle deutsche Rechtschreibung. Und noch stolzer ruft Martin Müller-Mertens, der Herausgeber und Chefredakteur: "Wir sind Deutschland und wir sind es gerne"; so gern, daß er, vor Begeisterung erblindet, über seine Tasten tappt:
Seit Wochen kann man auf die Frage, wer oder was nun wohl Deutschland sei, die Antwort einiger systemtragender Unternehmen hören: "Du bis Deutschland". Wir alle also, die wir uns abendlich vor dem Fernseher räkeln, des Tages an Plakaten vorbeihuschen oder im Internet bewegen. Nun war es eine Frage der Zeit, bis die Kampagne in die Kritik derer gerät, die bereits beim Wort Deutsch Schaum vor dem Mund bekommen. Ihre Kritik ist so platt wie ihre Idologie, vor allem jedoch ist an ihr zu bemerken, daß sie das eigendlich Reaktionäre an der Deutschlandsuche nicht im mindesten begriffen haben.
Nur gut, daß der Chef weiß, worauf es in der Presse ankommt: schneller zu schreiben als man nicht denken kann; denn:
in den Chefetagen entwickelt sich, ob der inneren Entwicklung der Republik, langsam so etwas wie gepflegte Panik. Der Zusammenhalt der Gesellschaft, der nach Aufgabe alles nationalen im Grundkonsens der Wirtschaftswunderbundesrepublik, vor allem auf dem garantierten Besitzstand beruhte, bröckelt zusehens.
Vor allem jedoch bröckelt die deutsche Sprache.
Das hat nicht nur die Ergebnis der letzten Bundestagswahlen gezeigt, die den Hohesängern des Neolibaralismus eine Niederlage verschafften
- aber leider nicht den sich epidemisch vermehrenden Schmierfinken.
Und da die Qualifikation als faschistisch offenbar keine Analyse der Ziele und Methoden voraussetzt, sondern sich mit einfachen Parallelen der Estethik, der Wortwahl, oder der formalen Mittel begnügt, ist die Kampagne nun also im Verdacht völkisch, rassistisch, antisemitisch oder sonst etwas in dieser Richtung zu sein.
Diesen Verdacht hege ich nicht. Doch ich mißtraue allen, die so laut für Deutschland oder gegen Deutschland trommeln, daß darüber das Deutsche in die Brüche geht. Besonders heftig mißtraue ich professionellen Sprachschändern, die in Springerstiefeln und mit ruhig-festem Schritt durch die Medienlandschaft marschieren und dabei Du bis Deutschland rufen.
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