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war also offenbar genau das, was seit dem 2. Juni 1967 immer wieder behauptet wurde, von Gammlern und von Kommunisten: eine kaltblütige Hinrichtung, ein Mord. Das geht seit gestern durch die Medien. Spiegel online berichtet:
Auf einer bislang unbekannten Filmsequenz, die von einem SFB-Team gedreht wurde, sieht man einen Mann mit ruhigen Schritten in Richtung Ohnesorg gehen, während sich in seiner Hand ein pistolenförmiger Gegenstand abzeichnet. Die Ermittler stellten dazu fest: "Die Konturen legen dabei nahe, dass es sich um Kurras handelt."
Und diese Sätze legen nahe, daß nicht nur Polizisten, sondern auch SFB-Mitarbeiter Zeugen der Tat gewesen müssen; denn es ist höchst unwahrscheinlich, daß sie ihre Aufnahmen nur Sekunden vor dem Todesschuß abgebrochen und sich in Luft aufgelöst haben. Davon jedoch ist nirgendwo die Rede: nicht in den vielen Online-Artikeln und nicht in den vielen Leserkommentaren, die ich gesichtet habe. Alle dreschen auf den Berliner Polizistenklüngel ein, auf die Politiker oder die Stasi; nur das jahrzehntelange Schweigen der Mitglieder des SFB-Teams ist keinem eine Zeile wert. Keiner fragt, weshalb die angeblich erst jetzt entdeckte Filmsequenz jahrzehntelang verschwunden war; keiner fragt nach dem Rest des Films. Medienleute, außer aus dem Hse. Axel Springer, scheinen sakrosankt zu sein, noch immer. Daß auch einige von ihnen in höchstem Maße dazu beigetragen haben könnten, den Täter und seine Komplizen zu decken, scheint niemandem bewußt zu sein.

Geschichte wurde gemacht, von Polizisten, Politik & Presse, und es ging voran. Alles verlief nach Plan. Und die schon immer sagten, Ohnesorg sei vorsätzlich ermordet worden, galten als kommunistische Spinner. Heute würde man sie als Verschwörungstheoretiker bezeichnen.
Der Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele reagierte geschockt auf die Ermittlungsergebnisse: "Es ist schlimmer als das Übelste, was wir damals vermuteten, so weit ging unsere Phantasie nicht", so der Grünen- Politiker.
Zumindest nicht die Phantasie all derer, die in diesem Staat Karriere machen wollten. Sie übten sich in Selbstzensur, anders als Ulrike Meinhof, die 1968 in einem Feature für den NDR sagte:
Wo Journalismus nur noch dazu da ist, Polizeieinsätze zu beschreiben, wo Polizeiknüppel, Wasserwerfer und Dienstpistole die logische, die ununterbrochene Fortsetzung von Journalismus sind (...), da hat die Demokratie aufgehört. Da hat der Polizeistaat begonnen.
Das ist im SZ-Artikel zum Thema nachzulesen. Immerhin. Nur leider viel zu spät.


habe erwartet, daß die Salafisten bei der Wahl in Ägypten so viele Stimmen bekommen würden, hörte ich gerade im Radio. Und im verlinkten Artikel heißt es:
Die sogenannte Revolutionsjugend, die im vergangenen Jahr maßgeblich an der Organisation der Massenproteste zum Sturz von Präsident Hosni Mubarak beteiligt war, ist im ägyptischen Parlament nur mit wenigen Abgeordneten vertreten.
Ich zähle zu den Jemands, die all das erwartet haben.

Daß die wirklich so heißen.

Und das habe ich erst gestern erfahren, als ich kucken wollte, was denn heute so im DLF-Soundcheck läuft. Am 5. Oktober 2011 ist Bert Jansch gestorben. Bert Jansch? Ja, Bert Jansch, der Generationen von Gitarristen beeinflußt hat und seit 1970 auch zu meinen Helden zählt. Doch gehört hatt' ich ihn schon als Kind, ohne seinen Namen zu kennen, und zwar mit diesem unvergeßlichen Stück:



Gesehen habe ich ihn nur einmal, 1974 oder 1975 im Göttinger Nörgelbuff. Er war so dermaßen besoffen, daß er kein Stück spielen konnte und nach einigen Versuchen seinen Auftritt abbrechen mußte. Das studentische Folk-Pack begriff nicht, was da vor sich ging, und wollte ihn unbedingt hören. Es war das deprimierendste Konzerterlebnis meines Lebens: die seltsame Tristesse der frühen 70er Jahre, konzentriert nur in ein paar Minuten.

Eine Dokumentation über Bert Jansch gibt es hier zu sehen.

Und sonst?

Die Werbefuzzis haben uns alle fest in ihrem Würgegriff.

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